Aktuelle Termine
Verità Baroque
Alte Musik - neu gelesen
Die Frau im Schatten
Programm
Antonio Vivaldi
1678–1741
Konzert in G-Dur für Streicher und B.c., RV 145
I. Allegro molto; II. Largo e sempre piano; III. Presto
Friederike Sophie Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth
1709–1758
Konzert in g-Moll für Cembalo, Streicher und B.c. (ca. 1734)
I. Allegro; II. Cantabile; III. Gavotte I & II
Stefan Hanke
(* 1984)
„Starfish Rebellion” für Verità Baroque
Friederike Sophie Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth
1709–1758
Sonate in a-Moll für Flöte und B.c.
I. Affettuoso; II. Allegro; III. Presto
—
Antonio Vivaldi
1678–1741
Konzert in f-Moll für Streicher und B.c., RV 143
I. Allegro; II. [No tempo]; III. [No tempo]
Marc Migó
(* 1993)
Concerto Grosso Nr. 1 „The Séance” für Verità Baroque
I. Invocation 1; II. Lamento; III. Invocation 2; IV. Battaglia
Johann Sebastian Bach
1685-1750
Brandenburgisches Konzert Nr. 5 BWV 1050 (1721)
I. Allegro; II. Affettuoso; III. Allegro
Seit Jahrhunderten lebten Musikerinnen am Rand der offiziellen Geschichtsschreibung – zurückgedrängt in private Aufführungen oder verborgen hinter Gittern, wie die jungen Musikerinnen in Vivaldis Pietà. Und doch: Stellen wir uns für einen Moment eine alternative Welt vor – eine, in der diese Musikerinnen frei und ohne Einschränkungen öffentlich hätten auftreten dürfen. In diesem Programm entdecken wir die Musik von Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen neu – einer Prinzessin und Komponistin – und stellen ihr zeitgenössische Werke gegenüber, die die weibliche Stimme feiern.
Verità Baroque
Traverso / Taya König-Tarasevich
Geigen / Guglielmo Dandolo Marchesi, Eugenia Ottaviano
Bratsche / Erin Kirby
Cello / Bartolomeo Dandolo Marchesi
Kontrabass / Mario Filippini
Cembalo / Alexander von Heißen

Foto: Ensemble Verità Baroque © Sophia Hegewald
Verità Baroque ist eines der charismatischsten und innovativsten Ensembles der internationalen Barockmusikszene. Gegründet im Jahr 2020 von der sibirischen Flötistin Taya König-Tarasevich und dem italienischen Cellisten Bartolomeo Dandolo Marchesi, hat sich das Ensemble dank seiner Kombination aus stilistischer Strenge, visionärer Programmgestaltung und einem zutiefst zeitgenössischen Zugang zum Repertoire schnell als Bezugspunkt für eine neue Generation historisch informierter Interpret:innen etabliert. Das Ensemble, gebildet von einem Kern internationaler Solist:innen, widmet sich der Wiederentdeckung und Neuinterpretation der Barockmusik im ständigen Dialog mit der Gegenwart.
Verità hat an einigen der prestigeträchtigsten Orte Europas konzertiert, darunter das Institut de France in Paris, mit einem Programm, das Werke von Bach und Vivaldi mit zwei eigens in Auftrag gegebenen Kompositionen von Philip Lasser und Marc Migó verband; das L’Auditori de Barcelona im Alicia de Larrocha Saal, mit einem Programm, das deutsche und katalanische Barockmusik mit zeitgenössischer Komposition verknüpfte; die Noack Bildgießerei in Berlin, mit einer Weihnachtsgala inklusive der Uraufführung eines Werks von Migó; sowie das Schloss Ettlingen im Rahmen einer Konzertreihe des deutschen Senders SWR (Südwestrundfunk), mit einem Programm, das der Komponistin Wilhelmine von Preußen gewidmet war. Das Ensemble war außerdem beim FEL!X Festival zu Gast, einer von der Kölner Philharmonie kuratierten Reihe zeitgenössischer Alter Musik, und trat anschließend auf der Hauptbühne der Kölner Philharmonie auf, einem der renommiertesten Konzertsäle Europas. Zudem war Verità live im deutschen Kulturradio WDR 3 zu hören, sowohl während des Tage Alter Musik Festivals in Herne als auch in einem Sonderkonzert, das aus den WDR-Studios in Köln ausgestrahlt wurde. Zu den ambitioniertesten Projekten des Ensembles zählt The Immersive Project, entwickelt in vier künstlerischen Residenzen in den Barockschlössern von Stolberg, Wolfsburg, Köthen und Sondershausen in Deutschland. Jede Residenz war als immersives multimediales Labor konzipiert und produzierte über zehn Stunden Audio- und Videomaterial für immersive, soziale und Streaming-Plattformen. Dieses Material bildete die Grundlage für die ersten beiden Alben des Ensembles: The German Album und The Italian Album. Das Projekt, realisiert in Zusammenarbeit mit Motor Music und Evil Penguin Productions, wurde von der internationalen Presse mit großer Begeisterung gefeiert und wurde von der American Record Guide in die Critics’ Choice 2024 aufgenommen, mit begeisterten Rezensionen u. a. von Scherzo, SWR2, BBC Music Magazine und rbbKultur.
Neben der Aufführung bedeutender Barockwerke beauftragt Verità regelmäßig neue Werke von Komponisten in Residenz wie Nicola Canzano, SJ Hanke, Thomas Chabalier und Marc Migó und trägt so zur Entwicklung einer neuen musikalischen Sprache bei, die sich mit den Formen, Gesten und Harmonien der Vergangenheit auseinandersetzt, ohne sie je bloß zu imitieren.
Durch eine dynamische Kombination aus Konzerten, künstlerischen Residenzen, multimedialen Produktionen und interdisziplinären Kooperationen erneuert das Verità Baroque Ensemble das Erlebnis von Barockmusik und macht sie lebendiger, dringlicher und notwendiger denn je.
https://veritaensemble.com/
Zusammenspiel von Musik und Literatur
An den Konzertabenden bietet die Oö. Landesbibliothek an einem eigenen Büchertisch Lesestoff passend zum jeweiligen Konzertprogramm an. Beim Flanieren durch das Haus können sich Besucherinnen und Besucher ein Bild vom großen Angebot der wissenschaftlichen Universalbibliothek machen.
https://www.landesbibliothek.at/
Das Köhlerweib ist trunk ...
vokal.isen
Francisco Carolinum, Festsaal
Hugo Wolf zum 165. Geburtstag
“Ich lese jetzt nichts wie Keller und immer wieder nur Keller“, schreibt Hugo Wolf an seine Freundin und Mäzenin Melanie Köchert - Gottfried Kellers Roman Der grüne Heinrich gehörte zu den erklärten Lieblingsbüchern dieses wort- und sprachbesessenen Komponisten. 1889 vertont Wolf sechs Gedichte aus dem Gedichtzyklus Alte Weisen in Unterach am Attersee; im Anschluss an das Spanische und Italienische Liederbuch und die großen Liedsammlungen nach Goethe, Eichendorff und Mörike bei den vokal.isen präsentiert das neue Programm nun poetische und musikalische Kostbarkeiten aus den Liedern nach verschiedenen Dichtern.
Martina Fender / Sopran
Andreas Lebeda / Bariton
Clemens Zeilinger / Klavier

Foto: Martina Fender © Julia Wesely
https://www.martinafender.com/

Foto: Andreas Lebeda © Josef Madlmayr

Foto: Clemens Zeilinger © Reinhard Winkler
https://clemenszeilinger.com/hallo-welt/
Acies Quartett
Sonntagsmusik im Salon
Francisco Carolinum, Festsaal
Werke von Alfred Schnittke, Gija Kantscheli und Franz Schubert
„Das Alban-Berg-Quartett ist im Ruhestand, das Hagen-Quartett im besten Alter. Doch für die Zukunft ist vorgesorgt.” Was in der Kleinen Zeitung in einer Kritik über das Acies Quartett stand, bezog sich zunächst auf die vier wunderbaren Musiker, die 2023 in der Sonntagsmusik gemeinsam mit Martin Rummel das Schubert-Quintett aufführten. Die Aussage trifft darüber hinaus mit Blick auf die große Anzahl hochmotivierter Musiker:innen zu, die sich dem Streichquartett-Spiel verschrieben haben.
Benjamin Ziervogel / Violine
Raphael Kasprian / Violine
Jozef Bisak / Viola
Thomas Wiesflecker / Violoncello

Foto: Acies Quartett © Emir Memedovski
https://www.aciesquartett.com/
Luca Scandali, Pesaro
Orgelkonzerte
Minoritenkirche, Promenade 24, 4020 Linz
Programm
Johann Sebastian Bach
1685 – 1750
Adagio d-Moll BWV 1001/I
Fuge d-Moll BWV 539/II
Ciacona d-moll BWV 1178
Arcangelo Corelli
1653 – 1713
Sonata G-Dur op. 2 Nr. 12 (Ciacona)
Largo – Allegro
(Transkription: Luca Scandali)
Johann Sebastian Bach
Fantasia et Fuga c-Moll BWV 537
Sonata II c-Moll BWV 526
Vivace – Largo – Allegro
Giuseppe Tartini
1692 – 1770
Concerto IV C-Dur D. 81
Allegro moderato – Largo – Allegro
(Transcription: Leonhard Frischmuth, ca. 1750)
Johann Sebastian Bach
Praeludium und Fuge G-Dur BWV 541

Foto: Luca Scandali © Stefano Bertoletti
Luca Scandali stammt aus Ancona. Er beendete sein Orgel- und Cembalostudium am Konservatorium Pesaro mit Auszeichnungen und schloss auch ein Kompositionsstudium am selben Konservatorium ab. Danach bildete Luca Scandali sich bei namhaften Künstlern wie Ton Koopman, Andrea Marcon, Luigi Ferdinando Tagliavini und Liuwe Tamminga fort. Er ist Preisträger mehrerer internationaler Orgelwettbewerbe (u. a. 1. Preis beim Int. Paul-Hofhaimer-Wettbewerb Innsbruck 1998). Luca Scandali spielte in über 20 Ländern Konzerte als Solist, mit Kammermusikensembles und Orchestern und ist daneben vielgefragter Dozent bei Seminaren und Meisterkursen. Nach Unterrichtstätigkeit an den Konservatorien Riva del Garda, Monopoli, Foggia und Perugia leitet er derzeit eine Orgelklasse am Conservatorio G. Rossini in Pesaro. Für den Verlag Il Levante Libreria Editrice betreute Scandali die Neuausgabe der Canzoni de intavolatura d’organo fatte alla francese (1599) von Vincenzo Pellegrini und verfasste zahlreiche Artikel zum Thema Alte Orgelmusik für verschiedene Fachzeitschriften. Mehrere seiner mehr als 30 CD-Aufnahmen wurden für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert.
https://www.lucascandali.it/
Landeskonzerte Oberösterreich
Konzertgenuss mal vier
Klassische Musik abseits des Mainstreams an Orten, die üblicherweise nicht für Konzerte zur Verfügung stehen. Die vier Konzertreihen des Landes Oberösterreich – Alte Musik - neu gelesen, vokal.isen, Sonntagsmusik im Salon und die Orgelkonzerte – bieten Musik für Genießerinnen und Genießer.
Die Frage ist berechtigt: soll das Kulturland Oberösterreich selbst als Veranstalter von Konzerten auftreten?
Die Antwort ist klar und eindeutig: Ja. Es macht durchaus Sinn, Konzerte zu veranstalten, und zwar genau dann, wenn es um Bereiche abseits des Mainstreams geht. Nicht die Blockbuster der klassischen Musik also, die ihr Publikum ohnehin finden, sondern Aufmerksamkeit schaffen für die Vielfalt des musikalischen Geschehens, das sich in den Nischen der Musikgeschichte aufspüren lässt.
Ein Angebot also für musikalische Feinspitze. Das Kulturland Oberösterreich versteht sich hier eindeutig als Impulsgeber, um mit besonderem künstlerischen Anspruch und im speziellen Ambiente von Kulturräumen, die üblicherweise nicht als Konzerträume dienen, Musikgenuss zu ermöglichen.
Foto: © Land OÖ
Oberösterreich ist ein Musikland. Die Landeskonzerte Oberösterreich sind ein gelungenes Beispiel dafür, dass dieser Grundsatz in unserem Bundesland mit Begeisterung gelebt wird. Sie sind somit ein wichtiger kultureller Impulsgeber unseres Landes, der weit über die Grenzen der Landeshauptstadt hinauswirkt, und sie sind längst eine Kulturmarke, die keinen Vergleich mit anderen heimischen Kulturveranstaltungen zu scheuen braucht.
Ob Alte Musik – neu gelesen, Sonntagsmusik im Salon, vokal.isen oder Orgelkonzerte – deren besondere Qualität garantiert wieder herausragendes Kunstvergnügen. Die Landeskonzerte sind Beweis, dass alle Musikrichtungen in ihrer Besonderheit, ihrem Selbstverständnis und ihrer Bedeutung gleichberechtigt ihren Platz einnehmen. Das Erfolgsgeheimnis – falls es überhaupt als ein Geheimnis bezeichnet werden kann – ist schnell gelüftet. Von Beginn an setzten die Verantwortlichen auf künstlerische Qualität und Unverwechselbarkeit.
Diesem Grundsatz sind sie natürlich in der Saison 2025/26 treu geblieben. Das Programm widmet sich Werken u. a. von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Wolfgang A. Mozart, Johannes Brahms, bis hin zu Maurice Ravel.
Ich bedanke mich bei allen, die durch ihren persönlichen Einsatz am Erfolg der Landeskonzerte wesentlichen Anteil haben und wünsche ihnen glanzvolle Höhepunkte.
Mein Dank gilt vor allem den künstlerischen Leitern Carin van Heerden, Andreas Lebeda und Gustav Auzinger sowie insbesondere Anton Voigt, der sich nach der Saison 2025/26 in dieser Funktion verabschiedet. Den Besucherinnen und Besuchern wünsche ich eindrucksvolle Konzerterlebnisse.
Mag. Thomas Stelzer
Landeshauptmann